Fürther Jugendrat fordert: Hilfe statt Strafe bei Armutsdelikten und Gewalt
Magdalena HertrampfFürther Jugendrat fordert: Hilfe statt Strafe bei Armutsdelikten und Gewalt
Der Fürther Jugendrat setzt sich für einen Wandel im Umgang der Behörden mit Armutsdelikten ein. Sein jüngster Antrag „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ wird am 1. Juli beraten. Die Initiative argumentiert, dass reine Bestrafung nicht jede Straftat löst.
Ursprünglich hatte der Rat gefordert, dass der Verkehrsverbund infra Verstöße gegen die Beförderungsbedingungen nicht mehr an die Behörden meldet. Später einigte man sich: Von Armut betroffene Personen sollen künftig nicht mehr wegen Schwarzfahrens strafrechtlich verfolgt werden.
Die stellvertretende Vorsitzende Julia Dierauf betonte, dass junge Menschen, die aus Armut heraus Straftaten begehen, gezielte Unterstützung benötigen. Der Vorsitzende Alexander Bohn hob die Bedeutung von aufsuchender Jugendarbeit wie Streetwork und mobiler Jugendhilfe hervor. Zudem fordert der Rat, dass der Jugendhilfedienst frühzeitig in Strafverfahren einbezogen wird.
Über Armutsdelikte hinaus sieht der Antrag die Einrichtung einer zentralen Meldestelle für Opfer sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt vor. Der Jugendrat ist überzeugt, dass diese Maßnahmen bessere Lösungen bieten als bloße Bestrafung.
Der Antrag wird am 1. Juli offiziell beraten. Er schlägt vor, Menschen, die durch Not zu Straftaten getrieben werden, eher praktische Hilfe als Strafverfolgung zukommen zu lassen. Zudem strebt der Rat verbesserte Meldewege für Gewaltfälle und frühere Interventionen in Strafverfahren an.
