FDP-Streit eskaliert: Leutheusser-Schnarrenberger attackiert Hagen wegen Junge Freiheit-Interviews
Grzegorz LoosFDP-Streit eskaliert: Leutheusser-Schnarrenberger attackiert Hagen wegen Junge Freiheit-Interviews
In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist ein Streit über die Verbindungen zu rechtsextremen Medien entbrannt. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte ihren Parteikollegen Martin Hagen scharf, weil dieser ein Interview mit der Jungen Freiheit gegeben hatte – einem Blatt mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene. Die Auseinandersetzung offenbart tiefe Gräben innerhalb der Partei über den Umgang mit umstrittenen Medien.
Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 unter Angela Merkel als Justizministerin amtierte, verurteilte Hagens Schritt öffentlich. Sie argumentierte, ein Auftritt in der Jungen Freiheit berge die Gefahr, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) zu salonnfähig zu machen. Aus Protest gegen die Wahl des Forums sagte die ehemalige Ministerin zudem ihre Teilnahme an einer FDP-nahen Podiumsdiskussion ab.
Hagen verteidigte das Interview und betonte, das Blatt sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Gleichzeitig zog er eine klare Grenze bei der politischen Zusammenarbeit: Die AfD, geprägt von ethnonationalistischen und westfeindlichen Ideologen, komme als Partner für die FDP nicht infrage. Zudem beklagte er einen generellen Verfall der Streitkultur in der Gesellschaft und warf der Ära Merkel vor, man habe in dieser Zeit „verlernt, wie man streitet“.
Der Konflikt zeigt die Spannungen innerhalb der FDP beim Umgang mit rechtsextremen Medien und Parteien. Zwar bleibt Hagens Ablehnung einer Kooperation mit der AfD unmissverständlich, doch die Debatte über den Umgang mit der Jungen Freiheit dauert an. Der Streit hat bereits zu prominenten Absagen bei parteinahen Veranstaltungen geführt.
