02 April 2026, 16:33

Europas erste nachhaltige Graphit-Lieferkette für Batterien entsteht in Deutschland

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung in Deutschland nach Quellen zeigt, wobei die Balkenhöhe die Erzeugungsmengen für jede Quelle darstellt.

Europas erste nachhaltige Graphit-Lieferkette für Batterien entsteht in Deutschland

Ein neues Projekt soll eine sauberere, in Europa ansässige Lieferkette für Graphit in Lithium-Ionen-Batterien aufbauen. Die Initiative USE-G, geleitet von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat eine Förderung in Höhe von 1,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erhalten. In den kommenden drei Jahren werden Forscher und Unternehmen gemeinsam daran arbeiten, die Graphitverarbeitung zu optimieren – bei gleichzeitig geringerer Energiebilanz und weniger gefährlichen Abfällen.

An dem Vorhaben beteiligen sich mehrere Partner mit Sitz in Deutschland. Dr. Martin Oschatz von der Universität Jena leitet die Entwicklung eines Reinigungsverfahrens für Graphit mit Chlorgas, das bei hohen Temperaturen abläuft. Parallel dazu konzentriert sich die H.C. Starck Tungsten GmbH auf die Gewinnung von Graphit aus der sogenannten "Black Mass" – dem Restmaterial aus recycelten Batterien.

Die Rain Carbon Germany GmbH ist dafür zuständig, nachhaltigere Kohlenstoffbeschichtungen für Graphit-Anoden zu entwickeln. Ihr Ziel ist es, herkömmliche Methoden durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen. Northern Graphite wird natürliches Graphit liefern und für die Mahlung, Formgebung sowie Batterietests sorgen, um die Materialqualität nach Industrie-Standards zu gewährleisten.

Ziel des Projekts ist die Kombination von natürlichem und recyceltem Graphit zu einem einheitlichen Anodenmaterial – vollständig in Europa hergestellt. Sämtliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten finden in den deutschen Standorten der beteiligten Organisationen statt.

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Mit der USE-G-Initiative soll ein komplett europäisch kontrollierter Verarbeitungsweg für Graphit entstehen. Durch den Verzicht auf schädliche Chemikalien und eine Senkung des Energiebedarfs könnte die Batterieproduktion nachhaltiger werden. Zudem könnte das Vorhaben die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen für Lithium-Ionen-Batterien verringern.

Quelle