Energiewende in Deutschland scheitert an langsamen Netzanbindungen für Unternehmen
Energiewende in Deutschland scheitert an langsamen Netzanbindungen für Unternehmen
Ein Bündnis aus 13 Branchenverbänden fordert schnellere Netzanbindungen, um die Energiewende in Deutschland voranzutreiben. Unter der Führung des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (BNE) warnt die Allianz, dass Verzögerungen Unternehmen daran hindern, auf Ökostrom umzusteigen. Viele Betriebe sehen sich mittlerweile mit langen Wartezeiten oder sogar Ablehnungen konfrontiert, wenn sie einen Netzanschluss beantragen.
Das Ofenbauunternehmen Leda kämpft seit Monaten vergeblich um einen sieben Megawatt starken Netzanschluss für seinen Elektroofen. Obwohl Kapazitäten vorhanden sind, vergab der lokale Netzbetreiber die verbleibende Leistung stattdessen an Batteriespeicherprojekte. Eine Modernisierung des nahegelegenen Umspannwerks ist erst für 2032 geplant – bis dahin kann das Unternehmen nicht auf erneuerbare Energien umstellen.
Ähnliche Probleme meldet der Handelsverband Deutschland (HDE): Supermärkte stoßen bei der Installation von Solaranlagen oder Ladesäulen für Elektroautos auf Hürden. Auch Mieterstromprojekte leiden unter den Engpässen – die Genehmigung für Solaranlagen dauert im Schnitt 278 Tage. Noch bis vor kurzem blieben 80 Prozent der Anschlussanfragen bei Netzbetreibern unbeantwortet, einige Unternehmen beschreiben diese als unkooperativ. Robert Busch, Geschäftsführer des BNE, drängt auf eine schnellere Digitalisierung der Netze und die umgehende Umsetzung der Maßnahmen aus dem Dialog „Netzanschlüsse beschleunigen“. Gleichzeitig widerspricht der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) der Forderung, die Energiewende wegen des Netzausbaus zu verlangsamen. Stattdessen betont der Verband, dass eine zuverlässige Stromversorgung für die Industrie unverzichtbar sei – und jetzt Priorität haben müsse.
In ihrem Appell fordert das Bündnis dringende Reformen, um Unternehmen den Zugang zu den Netzen zu ermöglichen. Ohne schnellere Anschlüsse bleiben Firmen wie Leda noch Jahre von fossilen Energieträgern abhängig. Der Netzausbau gilt mittlerweile nicht mehr als ferne Zukunftsvision, sondern als entscheidender Schritt für das Gelingen der Energiewende in Deutschland.
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