18 June 2026, 12:29

Düsseldorf verzichtet auf Snøhettas Opern-Neubau und setzt auf Modernisierung

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf verzichtet auf Snøhettas Opern-Neubau und setzt auf Modernisierung

Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von 1,8 Milliarden Euro verworfen. Stattdessen wird die Stadt ihr bestehendes Opernhaus am Hofgarten für 400 bis 500 Millionen Euro modernisieren. Die Entscheidung folgt auf Bedenken wegen steigender Kosten und einer Neuausrichtung der Prioritäten.

Ursprünglich hatte Düsseldorf geplant, sein Nachkriegs-Opernhaus durch den markanten Entwurf von Snøhetta zu ersetzen. Doch als die Finanzierungskosten auf rund 800 Millionen Euro anstiegen, stoppte Oberbürgermeister Stephan Keller das Projekt. Das ursprünglich für den Neubau vorgesehene Grundstück am Wehrhahn fiel zurück an die Stadt, die es für 137 Millionen Euro erworben hatte.

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Als Alternative schlug das Büro raumwerk ein zurückhaltenderes Design namens „Blau-Grüner Ring“ vor. Dieser Plan sieht eine zweite, halbtransparente Hülle sowie eine höhere Kapazität vor. Er bietet eine kostengünstigere Lösung, während das Kulturgebäude dennoch aufgewertet wird.

In Rostock entbrannte eine ähnliche Debatte um das Volkstheater. Das 1943 erbaute Haus entwickelte sich später zu einem Wahrzeichen der ostdeutschen Moderne. Die regierende CDU hatte geplant, es für Neubauten von Wohnungen abzureißen, doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte große Teile des Theaters unter Schutz. Stattdessen entsteht nun ein neues, von Hascher Jehle entworfenes Theater für 208 Millionen Euro.

Düsseldorfs Entscheidung spart über eine Milliarde Euro, da die Stadt sich für eine Modernisierung statt für einen Neubau entschieden hat. Rostocks Volkstheater bleibt erhalten, während in der Nähe ein neues Theater gebaut wird. Beide Städte haben ihre Pläne angepasst, um kulturelle Ambitionen und finanzielle Realität in Einklang zu bringen.

Quelle