Deutschland will Tomahawk-Raketen kaufen – doch der Deal hängt an Trump
Grzegorz LoosDeutschland will Tomahawk-Raketen kaufen – doch der Deal hängt an Trump
Deutschland drängt auf den Kauf von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk aus den USA im Rahmen seiner militärischen Modernisierung. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund von Sorgen über die begrenzten europäische Fähigkeiten für Langstreckenangriffe und sich verändernde Sicherheitszusagen der USA. Berlin ist bereit, einen Aufpreis zu zahlen, um das Geschäft zu beschleunigen.
Frühere Berichte hatten enthüllt, dass Deutschland plant, drei Typhon-Startsysteme sowie 400 Tomahawk Block VB-Marsflugkörper zu erwerben. Diese Waffen würden eine kritische Lücke schließen, da Europa derzeit über keine bodengestützten Langstreckenraketensysteme verfügt. Großbritannien und Frankreich setzen zwar seegestützte Marschflugkörper ein, deren Reichweiten – 1.600 bzw. 1.000 Kilometer – finden jedoch kein Pendant in landgestützten Systemen auf dem Kontinent.
Verteidigungsminister Boris Pistorius wird in Kürze nach Washington reisen, um über den möglichen Kauf zu verhandeln. Ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums bestätigte, dass der Erwerb verfügbarer Systeme weiterhin aktiv geprüft werde. Allerdings hat Carlo Masala, Professor für internationale Politik, Zweifel am Erfolg des Vorhabens geäußert.
Die Eile hinter dem Deal speist sich aus der Befürchtung, dass ein reduziertes militärisches Engagement der USA in Europa die Abschreckung gegenüber Russland schwächen könnte. Deutschlands Bereitschaft, mehr zu zahlen, unterstreicht den Willen, die Raketen zügig zu beschaffen.
Sollte der Kauf der Tomahawk-Raketen genehmigt werden, wäre dies ein bedeutender Schritt in der deutschen Verteidigungstrategie. Die Marschflugkörper würden Europa eine neue landgestützte Langstreckenkapazität verschaffen. Der Ausgang hängt nun von den Verhandlungen mit der Regierung unter Donald Trump ab.






