20 March 2026, 18:29

Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm "virtuelle Vergewaltigung" und Identitätsmissbrauch vor

Schwarze und weiße Zeitschriftentitel 'Humoristische Liste' mit einem Mann im Anzug mit ernster Miene und einer Frau, die schief grinst und wegsieht.

Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm "virtuelle Vergewaltigung" und Identitätsmissbrauch vor

Christian Ulmen, der in den mittleren 2000er-Jahren durch umstrittene Auftritte in Reality-TV-Formaten bekannt wurde, sieht sich nun schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, in ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität Telefongespräche mit sexuellen Inhalten geführt zu haben. Die Anschuldigungen haben eine erneute Debatte über seine früheren Auftritte ausgelöst, in denen er häufig frauenfeindliches Verhalten an den Tag legte.

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Berühmt wurde Ulmen durch seine Rolle als "schrecklicher Freund" in der ProSieben-Sendung Mein neuer Freund, in der Frauen ihren Familien einen neuen Partner vorstellten. Woche für Woche schlüpfte er in eine andere Figur und trieb die Teilnehmerinnen oft an ihre Grenzen. Eine seiner berüchtigtsten Kreationen war Alexander von Eich – ein reicher, aristokratischer Snob, der seine Freundin mit einem Stock herumkommandierte und sie mit geziertem Spott "Franziskarrrrr!" nannte. Viele Frauen brachen die Sendung vorzeitig ab, während diejenigen, die die Demütigungen erduldeten, eine finanzielle Entschädigung erhielten.

Jahre später, 2010, wurde Ulmens reale Beziehung zu Fernandes öffentlich. Manche fragten sich damals, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie er sich mit einer "hübschen, aber etwas austauschbaren" Viva-Moderatorin wie ihr einlasse. Nun hat Fernandes mit erschütternden Vorwürfen an die Öffentlichkeit getreten. Sie bezeichnet Ulmens Handlungen – darunter die Vortäuschung ihrer Identität für sexuelle Interaktionen im Netz – als "virtuelle Vergewaltigung". Ihre Schilderungen fügen sich in eine wachsende Zahl von Fällen ein, in denen Männer die Identität und das Vertrauen von Frauen ausnutzen.

Der Skandal wirft auch ein neues Licht auf Ulmens frühe Karriere. Seine frauenverachtende TV-Persönlichkeit, besonders in Formaten wie Wer will meine Freundin vögeln?, wird heute deutlich kritischer betrachtet. Die Überlebende von Missbrauch, Gisèle Pelicot, prägte den Leitsatz "Die Scham muss die Seite wechseln" – ein Zitat, das nun in Reaktion auf Fernandes' Geschichte aufgegriffen wird.

Fernandes' Vorwürfe haben Ulmens beruflichen Werdegang und sein privates Verhalten erneut in den Fokus gerückt. Der Fall steht exemplarisch für ein größeres Muster, bei dem Männer die Grenzen von Frauen – sowohl online als auch im echten Leben – verletzen. Während die Diskussion andauert, bleibt die Frage nach Verantwortung und den Folgen solchen Verhaltens für die Betroffenen zentral.

Quelle