Bundesrat fordert höhere Apothekengebühren – Bayern setzt auf strengere Regeln
Franjo HandeBundesrat fordert höhere Apothekengebühren – Bayern setzt auf strengere Regeln
Der Bundesrat hat seine Forderungen nach höheren Apothekengebühren und strengeren Regeln für Filialeröffnungen erneuert. Die von Bayern angeführten Landesregierungen drängen auf Änderungen, um die finanzielle Belastung der Apotheken zu verringern. Nun liegt es an der Bundesregierung, über die vorgeschlagenen Anpassungen zu entscheiden.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) hat eine Erhöhung der Festgebühr für verschreibungspflichtige Medikamente gefordert. Derzeit bei 8,35 Euro liegend, soll diese nach Willen des Freistaats auf 9,50 Euro steigen. Zudem verlangt der Bundesrat eine Anhebung der pro Packung erhobenen Gebühr, die seit 2009 unverändert geblieben ist.
Die Debatte über den Apothekenabschlag – derzeit 0,9 Prozent des Umsatzes – hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Während der Deutsche Apothekerverband (DAV) eine Erhöhung auf 1,5 bis 2 Prozent fordert, setzen sich Krankenkassen für Kürzungen oder eine vollständige Abschaffung ein. Ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur inflationsbedingten Anpassung der Gebühr scheiterte 2024 im Parlament, sodass der Satz mindestens bis März 2026 eingefroren bleibt.
Bayern lehnt Pläne entschieden ab, nach denen Pharmazeutisch-technische Assistenten Apotheker ersetzen sollen. Der Freistaat besteht darauf, dass keine Apotheke ohne anwesenden approbierten Apotheker betrieben werden darf. Zudem wies der Bundesrat Vorhaben zurück, die Anerkennung ausländischer Apothekerqualifikationen zu erleichtern oder die Standards für Impfräume zu lockern.
Die letzte Entscheidung über die Vergütung der Apotheken liegt nun bei der Bundesregierung. Zwar laufen in der Arzneimittelkommission weiterhin Verhandlungen, doch vor 2026 sind keine unmittelbaren Änderungen zu erwarten.
Die Haltung des Bundesrats hält den Druck auf die Bundesregierung aufrecht, die Apothekenfinanzierung zu reformieren. Bayerns Widerstand gegen Personaländerungen und sein Einsatz für höhere Gebühren spiegeln die breiten Sorgen über die Kostendrucksituation im Sektor wider. Die Entscheidung über die vorgeschlagenen Anpassungen obliegt nun den Bundespolitikern.






