21 March 2026, 02:29

Böhmermanns provokante Kunstschau in Berlin polarisiert ohne Handys und mit Kohl-Butterbüste

Ein buntes Plakat an einer Gebäudewand mit der Aufschrift 'Les Humoristes Journal Hebdomadaire Illustré', das lachende Menschen in leuchtenden Farben zeigt.

Böhmermanns provokante Kunstschau in Berlin polarisiert ohne Handys und mit Kohl-Butterbüste

Eine provokante neue Ausstellung mit dem Titel "Die Möglichkeit der Unvernunft" hat im Berliner Haus der Kulturen der Welt ihre Pforten geöffnet. Konzipiert vom Satiriker Jan Böhmermann und seinem Kollektiv Gruppe Royale, verbindet die Schau aufsehenerregende Kunst mit beißender Gesellschaftskritik. Schon der Eintritt überrascht: Besucher müssen ihre Handys an der Tür abgeben – ein erster Bruch mit der Konvention.

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Gleich zu Beginn empfängt die Besucher eine lebensgroße Butterbüste des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, platziert in der Nähe einer Raucherkabine mit echten Zigaretten. Ein Fernrohr richtet sich auf einen Spiegel, der den Blick ins Büro des benachbarten Kanzleramts freigibt. Dazu gesellt sich ein "TV-Garten" für Indie-Musikfans, in dem Künstler wie Domiziana, Mine, Ebow und Wa22ermann live auftreten.

Ein wiederkehrendes Spektakel ist eine Maschine, die alle 28 Minuten ein Stofftier zerfetzt – es sei denn, ein Besucher zahlt 20 Euro, um es zu retten und sich damit zu fotografieren. An anderer Stelle hängen KI-generierte Aktbilder des CDU-Politikers Friedrich Merz neben einem Nachbau eines deutschen Einbürgerungstests. Verstreute Grabsteine listen die Namen, Geburtsdaten und das geschätzte Vermögen der reichsten Männer Deutschlands auf.

Viele Exponate greifen Böhmermanns TV-Karriere auf, darunter eine Goldene Schallplatte des Rappers Bushido und ein Boxsack, der einst dem flüchtigen Wirecard-Manager Jan Marsalek gehörte. Doch die Ausstellung ist nicht ohne Kontroversen: Ein geplantes Konzert des Rappers Chefket wurde abgesagt, nachdem der Journalist Wolfram Weimer ihm Antisemitismus vorgeworfen hatte.

Die Schau kommt ohne weitere angekündigte Beteiligte über Böhmermann und Gruppe Royale hinaus aus. Mit einer Mischung aus Satire, interaktiven Provokationen und politischen Seitenhieben garantiert sie ein konfrontatives Erlebnis. Die Besucher verlassen den Raum ohne Handy – aber mit reichlich Gesprächsstoff.

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