Berlin diskutiert Sperrzone für Proteste im Regierungsviertel – ein Kurswechsel?
Grzegorz LoosBerlin diskutiert Sperrzone für Proteste im Regierungsviertel – ein Kurswechsel?
In den vergangenen Wochen haben sich die Debatten über Einschränkungen von Protesten im Regierungsviertel Berlins zugespitzt. Nach Besorgnis über aggressive Kundgebungen in der Nähe zentraler politischer Gebäude prüfen Behörden nun strengere Regeln. Bisher gibt es in dem Bereich keine offizielle Sperrzone.
Öffentliche Versammlungen im Viertel sind grundsätzlich erlaubt, sofern sie die Arbeit verfassungsmäßiger Organe nicht behindern. Während der parlamentarischen Pausen gelten Demonstrationen meist als nicht störend. Doch Günter Krings, Staatssekretär im Bundesinnenministerium unter Nancy Faeser, fordert eine Ausweitung der geschützten Bereiche – als Reaktion auf zunehmend konfrontative Protestmethoden.
In Regierungskreisen wird über die Einführung einer Sperrzone diskutiert. Krings betont, dass Proteste zwar für Entscheidungsträger sichtbar bleiben müssten, der Staat aber das Recht habe, Kundgebungen einzuschränken, die die Arbeit von Parlament oder Regierung behinderten.
Die Vorschläge würden einen Kurswechsel gegenüber der bisherigen Berliner Praxis bedeuten, die bisher ohne formelle Sperrzone auskommt. Ziel möglicher neuer Beschränkungen wäre es, die Meinungsfreiheit mit dem reibungslosen Funktionieren staatlicher Institutionen in Einklang zu bringen. Wie die Debatte ausgeht, bleibt vorerst offen.






