Berlin bekommt neuen Kultursenator nach Förderskandal und Rücktritt Wedl-Wilsons
Grzegorz LoosBerlin bekommt neuen Kultursenator nach Förderskandal und Rücktritt Wedl-Wilsons
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag zurück, nachdem ein Bericht rechtswidrige Bewilligungen von Fördergeldern aufgedeckt hatte. Die parteilose Beamtin verließ ihr Amt angesichts von Vorwürfen im Zusammenhang mit Projekten zur Bekämpfung von Antisemitismus. Ihr Rücktritt führte nun zu einer zügigen Nachfolge durch die regierende Koalition der Stadt.
Die Affäre begann, als der Berliner Rechnungshof Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Mitteln für Antisemitismus-Initiativen monierte. Kurz nach Veröffentlichung der Ergebnisse folgte Wedl-Wilsons Rücktritt. Damit stand die Senatsverwaltung für Kultur vorübergehend ohne Führung da.
Am Mittwochmorgen präsentierten Bürgermeister Kai Wegner und der CDU-Landesvorsitzende Stefan Evers als neuen Kultursenator. Die Entscheidung fiel nach einer einstimmigen Empfehlung der CDU-Bezirksvorsitzenden. Evers, der bereits als Finanzsenator amtiert, wird nun beide Ressorts bis zur Landtagswahl im September 2026 leiten.
Die Wahl fiel auf Evers aufgrund seiner finanziellen Expertise und seiner engen Verbindung zur Kulturpolitik. Innerhalb der Partei setzte er sich gegen den früheren Justizsenator Thomas Heilmann, einen weiteren CDU-Kandidaten, durch. Aktuell ist Evers in die Verhandlungen über den Berliner Kapitalfinanzierungsvertrag eingebunden, der auch zentrale Mittel für den Kulturbereich der Stadt umfasst.
Bis zu den anstehenden Wahlen wird Evers zwei zentrale Senatsämter vereinen. Mit der Doppelfunktion soll sowohl die Finanz- als auch die Kulturpolitik der Hauptstadt stabilisiert werden. Die Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem Berlin die Folgen des Förderskandals bewältigen muss.






