Bau-Turbo-Gesetz startet: Wie Kommunen den Wohnungsmangel jetzt bekämpfen wollen
Bau-Turbo-Gesetz startet: Wie Kommunen den Wohnungsmangel jetzt bekämpfen wollen
Deutschland hat eine neue Initiative gestartet, um den Wohnungsbau zu beschleunigen, da Wohnungsmangel sich zunehmend auch außerhalb der Großstädte ausbreitet. Das sogenannte Bau-Turbo-Gesetz, das am 30. Oktober 2025 in Kraft trat, soll Bürokratie abbauen und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Selbst ländliche Regionen wie der Heidekreis sehen sich mittlerweile mit massivem Wohnungsdruck konfrontiert, was die lokalen Behörden zum schnellen Handeln zwingt.
Die Bau-Turbo-Initiative – offiziell Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Sicherung von Wohnraum genannt – ermöglicht es Kommunen, standardisierte Bebauungspläne zu umgehen. Genehmigungen müssen nun innerhalb von drei Monaten bearbeitet werden, eine Regelung, die bis Ende 2030 gilt. Allerdings enthält das Gesetz eine Experimentierklausel, die es den lokalen Behörden erlaubt, es flexibel auszulegen. Dies wirft Bedenken hinsichtlich uneinheitlicher Anwendung und möglicher Rechtsstreitigkeiten auf.
Um Städten und Gemeinden die Umsetzung der neuen Vorschriften zu erleichtern, betreibt die Bundesregierung bis März 2026 ein Umsetzungslabor. Dort werden praxisnahe Leitlinien für faire und transparente Entscheidungsprozesse erarbeitet. Gleichzeitig müssen die Kommunen eigene interne Richtlinien entwickeln, um willkürliche Genehmigungen zu vermeiden. Der Heidekreis, ein ländlicher Landkreis, hat seine Wohnungsnot bereits im Wohnraumbedarfskonzept 2025 sowie in Studien des Pestel-Instituts dokumentiert. Die Stadt Schneverdingen, die zum Landkreis gehört, arbeitet eng mit der lokalen Verwaltung zusammen, um das Bau-Turbo-Verfahren zu durchlaufen. Auch andere Regionen – darunter Berlin, Hamburg, München sowie kleinere umliegende Städte – haben damit begonnen, das Gesetz zu prüfen oder umzusetzen. Dennoch gibt es bisher keine zentrale, offizielle Liste der teilnehmenden Kommunen. Bevor neue Bauanträge eingereicht werden, bewerten viele lokale Behörden – darunter auch Schneverdingen – noch, wie sie das Gesetz effektiv anwenden können.
Die Bau-Turbo-Initiative bietet zwar einen schnelleren Weg zu Baugenehmigungen, überlässt die Auslegung jedoch weitgehend den Kommunen. Da die Leitlinien noch in Arbeit sind, stehen Städte und Gemeinden vor der Herausforderung, Tempo und Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Der Erfolg des Gesetzes wird davon abhängen, wie gut es den Kommunen bis zum Stichtag 2030 gelingt, sich anzupassen.
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