Bahn-Chaos nach GSM-R-Ausfall: Tausende Reisende betroffen und Führungswechsel bei der DB
Grzegorz LoosBahn-Chaos nach GSM-R-Ausfall: Tausende Reisende betroffen und Führungswechsel bei der DB
Deutschlands Bahnnetz erlebte diese Woche massive Störungen nach einem plötzlichen Ausfall des Funknetzes. Am Dienstagabend saßen tausende Reisende fest. Gleichzeitig sorgen Führungswechsel und langfristige Verzögerungen für Umbrüche in der Branche.
Ein Defekt im GSM-R-Bahnfunksystem legte den Zugverkehr in ganz Deutschland lahm. Philipp Nagl, Chef von DB InfraGO, bestätigte später, dass das Problem auf einen Wartungsfehler an einer zentralen Komponente zurückging.
Auch bei der Deutschen Bahn gibt es bedeutende personelle Veränderungen: Michael Obrowski, derzeit Manager bei Volkswagen, soll als neuer Finanzvorstand einsteigen. Er ersetzt Karin Dohm, die das Amt nach nur vier Monaten verließ. Der Aufsichtsrat berät nun über einen Umstrukturierungsplan, um Konzernzentrale und Führungsebene schlanker zu gestalten.
Unterdessen wurde die Fertigstellung des Großprojekts Stuttgart 21 auf Ende 2031 verschoben. Als Hauptgründe für die fünfjährige Verzögerung wurden Planungsmängel und Herausforderungen bei der Digitalisierung genannt.
Langfristig wächst der Wettbewerb: Der italienische Anbieter Italo plant bis 2028 den Einsatz von 30 Hochgeschwindigkeitszügen in Deutschland. Dies könnte die Vorherrschaft der Deutschen Bahn auf lukrativen Strecken infrage stellen und die Mittel für den Regionalverkehr schmälern.
Der Funknetz-Ausfall geht auf einen Wartungsfehler zurück. Die Deutsche Bahn steht nun vor Führungswechseln, Umstrukturierungsdebatten und neuer Konkurrenz. Die Verzögerung bei Stuttgart 21 erhöht den Druck auf ein bereits belastetes System.
