20 December 2025, 18:10

Aufgrund des Monatswechsels: Besitzer verliert fast 500 Euro

Eine Apotheke mit einem vor ihr geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.

Aufgrund des Monatswechsels: Besitzer verliert fast 500 Euro

Wegen Monatswechsels: Apotheker verliert fast 500 Euro

Teaser: Die Versorgung mit E-Rezepten muss dringend verbessert werden, betont ein Apothekeninhaber. Durch den Monatswechsel musste er fast 500 Euro mehr zahlen.

21. November 2025, 03:39 Uhr

Schlagwörter: Wirtschaft, Finanzen

Artikel: Eine Preislücke im deutschen E-Rezept-System hat einen Apotheker in Osterwieck um 500 Euro gebracht. Lutz Leupold, Inhaber der Fallstein-Apotheke, erlitt den unerwarteten Verlust, nachdem er zu Monatsbeginn ein teures Medikament abgegeben hatte. Der Fall zeigt ein wachsendes Problem für Apotheken bei der Bearbeitung digitaler Rezepte rund um Feiertage und Monatswechsel.

Der Vorfall begann am 30. Oktober 2025, als ein Patient ein E-Rezept für Teriflunomid, ein kostspieliges Immunsuppressivum, einlöste. Aufgrund eines Feiertags am 31. Oktober blieb die Apotheke geschlossen, und der Patient holte das Medikament erst am nächsten Tag, dem 1. November, ab.

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Laut Rahmenvertrag (§22) müssen Apotheken den am Abgabetag gültigen Verkaufspreis anwenden – nicht den Preis, der zum Zeitpunkt des ersten Abrufs aus der Telematikinfrastruktur (TI) galt. In diesem Fall sank der gesetzliche Verkaufspreis für Teriflunomid im November 2025. Die Krankenkasse des Patienten übernahm daher nur 688,15 Euro statt des höheren Satzes, der im Oktober gegolten hätte. Leupold musste die Differenz von 500 Euro selbst tragen.

Das Problem beschränkt sich nicht auf diesen Einzelfall. Ähnliche Schwierigkeiten treten bei Entlassrezepten auf, wenn Patienten die Abholung verzögern und der ursprüngliche Preis technisch nicht mehr gilt. Anders als bei Papierrezepten können Apotheker bei E-Rezepten den Abgabeprozess nicht im Voraus abschließen. Leupold bezeichnete die Situation als finanziell untragbar und argumentierte, dass er nicht effizient arbeiten könne, wenn er manuell die Preisentwicklungen jedes Medikaments prüfen müsse. Für kleine Apotheken wie die Fallstein-Apotheke summieren sich solche Verluste schnell. Die starren Systemregeln lassen Inhabern wie Leupold kaum Spielraum und führen zu Frustration über das, was er als grundlegenden Fehler im E-Rezept-Verfahren bezeichnet.

Der Fall offenbart ein klares finanzielles Risiko für Apotheken bei der Abgabe von E-Rezepten um Monatsende oder Feiertage. Ohne Anpassungen der Preisregelungen könnten Apothekeninhaber weiterhin unerwartete Verluste hinnehmen müssen. Leupolds Erfahrung dient anderen Apothekern, die sich im selben System bewegen, als Warnung.