Arzt wegen heimlicher Fotos von Patientinnen und Kindesmissbrauchs vor Gericht
Franjo HandeArzt wegen heimlicher Fotos von Patientinnen und Kindesmissbrauchs vor Gericht
Ein 52-jähriger Arzt muss sich wegen des heimlichen Fotografierens minderjähriger Patientinnen in einem Krankenhaus in Neustadt am Rübenberge vor Gericht verantworten. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum von September 2010 bis Juli 2024. Die Behörden deckten die Missbrauchsfälle auf, nachdem der Mann im Sommer 2024 in einem FKK-Camp in Kroatien festgenommen worden war.
Dem Arzt werden elf Vorfälle zur Last gelegt, bei denen Mädchen zwischen acht und dreizehn Jahren sowie eine 22-Jährige betroffen sein sollen. Ihm wird vorgeworfen, während die Opfer bewusstlos auf einem Untersuchungstisch lagen, Fotos von ihren Brüsten, Vulven oder Gesäßpartien angefertigt zu haben. In einem Fall soll er die Genitalien eines achtjährigen Mädchens berührt haben, um sie für eine Aufnahme zu positionieren.
Bei Durchsuchungen seiner Wohnung und seines Arbeitsplatzes wurden umfangreiche Sammlungen kinder- und jugendpornografischen Materials sichergestellt, darunter auch Videos von Kindesmissbrauch. Das Krankenhaus beendete nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend das Arbeitsverhältnis. Die Einrichtung arbeitet seitdem mit den Ermittlungsbehörden zusammen, unterstützt betroffene Familien und Mitarbeiter und hat Operationsabläufe sowie Schulungen zum Kinderschutz überprüft.
Das Fehlverhalten des Arztes beschränkte sich nicht auf das Krankenhaus. Ihm wird ebenfalls vorgeworfen, Freundinnen seiner Tochter – im Alter von fünf bis acht Jahren – in sexualisierten Posen fotografiert zu haben. Seine Festnahme in Kroatien erfolgte, nachdem er dabei beobachtet worden war, wie er nackte Kinder mit seinem Handy filmte.
Der Prozess begann mit der Vernehmung des Angeklagten, der sich am 27. Mai zu den Vorwürfen äußern soll. Bis zum 16. Juni sind vier weitere Verhandlungstage angesetzt.
Der Mediziner hat Reue gezeigt und sich in psychologische Behandlung begeben. Er hat seine Approbation zurückgegeben und arbeitet an Entschädigungsvereinbarungen mit den Opfern. Das Verfahren bleibt unter juristischer Prüfung, während die Verhandlungen andauern.
