25 March 2026, 12:33

ARD und ZDF ignorieren Wirtschaftsexperten – INSM-Studie enthüllt eklatante Lücken in Talkshows

Schwarze-weiß-Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939, betitelt "Weitpreubliche Zeitung", mit einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht beim Feiern.

ARD und ZDF ignorieren Wirtschaftsexperten – INSM-Studie enthüllt eklatante Lücken in Talkshows

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF stehen wegen ihrer Behandlung wirtschaftspolitischer Themen in Talkshows in der scharfen Kritik. Wie aus einem Bericht der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) aus dem Jahr 2025 hervorgeht, widmeten sich nur noch 20 Prozent der Sendungen der Wirtschaftspolitik – ein Rückgang gegenüber 33 Prozent im Jahr 2023. Der Geschäftsführer der Organisation, Thorsten Alsleben, warf den Sendern vor, den wirtschaftlichen Abschwung zu ignorieren und keine ausgewogene Berichterstattung zu liefern.

Die INSM-Analyse deckte zudem ein deutliches Ungleichgewicht bei der Gästeauswahl auf: Politiker waren mit 41 Prozent am stärksten vertreten, gefolgt von Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent). Vertreter der Wirtschaft kamen dagegen kaum zu Wort – Unternehmer machten nur 5 Prozent aus, Branchenvertreter lediglich 2 Prozent. In fast einem Drittel der Sendungen zu wirtschaftlichen Themen fehlte sogar vollständig eine Stimme aus der Wirtschaft.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Formaten fielen eklatant aus: Am schlechtesten schnitt Maischberger ab – in 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen kam keine unternehmerische Perspektive zu Wort. Demgegenüber widmete hart aber fair 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen und lud durchgehend Vertreter der Wirtschaft ein.

Alsleben kritisierte, die Sender würden die Stimmen der realen Wirtschaft systematisch ausblenden. Er forderte eine stärkere Einbindung von Praktikern, da deren Expertise entscheidend sei, um die wirtschaftliche Lage zu verstehen und zu verbessern. Die INSM warf ARD und ZDF zudem vor, ihrem öffentlichen Auftrag zur ausgewogenen Berichterstattung nicht nachzukommen.

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Seit der Kritik haben beide Sender Reformen eingeleitet. ARD und ZDF führen nun verbindliche Quoten ein, die in politischen Formaten einen Mindestanteil von 20 Prozent Ökonomen vorschreiben. Zudem wurden Schulungsprogramme für Journalisten aufgelegt, um wirtschaftliche Expertise besser in die Berichterstattung einzubinden. Partnerschaften mit Institutionen wie dem ifo Institut sollen sicherstellen, dass in Sendungen wie Maischberger oder dem heute-journal regelmäßig mehr Ökonomen zu Wort kommen.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Unterrepräsentation wirtschaftlicher Stimmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu beheben. Mit strengen Quoten, Journalistenfortbildungen und neuen Kooperationen arbeiten ARD und ZDF daran, künftig ausgewogenere Diskussionen über Wirtschaftspolitik zu ermöglichen. Ob die Reformen greifen, wird sich in den kommenden Sendungen zeigen.

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