04 April 2026, 12:30

Apotheken boomen mit neuen Dienstleistungen – doch Finanzierung bleibt strittig

Außenansicht der 'The Generics Pharmacy'-Filiale mit umliegenden städtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

Apotheken boomen mit neuen Dienstleistungen – doch Finanzierung bleibt strittig

Deutsche Apotheken verzeichnen seit 2020 einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach erweiterten Dienstleistungen. Neue Gesetze ermöglichen ihnen nun mehr Beratungsangebote, digitale Lösungen und präventive Gesundheitsleistungen. Branchenvertreter melden einen Nutzerzuwachs von 15 bis 20 Prozent bis 2023 – doch die Debatten über Finanzierung und Regulierung halten an.

Das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), das 2020 in Kraft trat, hat die Rolle der Apotheken in der Vorsorge und Früherkennung von Krankheiten gestärkt. Dienstleistungen wie erweiterte Beratungsgespräche und digitale Gesundheitsanwendungen gewinnen an Beliebtheit, und die Inanspruchnahme durch Patienten steigt stetig.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) zeigt sich gespalten. Er befürwortet zwar Pläne, die Apotheken Impfungen durchführen und in Notfällen auch verschreibungspflichtige Langzeitmedikamente ohne Rezept abgeben lassen. Bei der Ausgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel in akuten Fällen ohne ausreichende Kontrolle bleibt der Verband jedoch skeptisch.

Bei der Finanzierung pocht der PKV-Verband auf ein neues System, das die erweiterten Leistungen abdeckt. Zudem fordert er gesetzliche Änderungen, um privatversicherten Patienten pharmazeutische Dienstleistungen individuell in Rechnung stellen zu können. Die Organisation argumentiert außerdem, dass der Nutzen von Beratungen zu Verhaltensrisiken durch klarere wissenschaftliche Belege untermauert werden müsse, bevor solche Leistungen verankert werden.

Die Preisfestsetzung für Rezepturarzneimittel stößt auf sowohl Zustimmung als auch Kritik. Zwar begrüßt der PKV-Verband die neuen Preisregelungen, besteht aber darauf, in künftige Verhandlungen einbezogen zu werden, um faire Bedingungen für private Versicherer und ihre Kunden zu sichern.

Die Reformen von 2020 haben die Apothekenleistungen gestärkt, doch zentrale Fragen zu Kosten und Patientennutzen bleiben offen. Die Haltung des PKV-Verbands unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Prüfungen, bevor neue Regelungen endgültig beschlossen werden. Die anstehenden Gespräche werden zeigen, wie sich diese Veränderungen auf das deutsche Gesundheitssystem auswirken.

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