Antisemitismus-Vorwürfe erschüttern Linksjugend Solid und spalten die Linke
Franjo HandeAntisemitismus-Vorwürfe erschüttern Linksjugend Solid und spalten die Linke
Die Linkspartei steht erneut in der Kritik, nachdem Mitglieder ihres Jugendverbandes Linksjugend Solid durch antisemitische Äußerungen und die Verherrlichung autoritärer Regime in internen Diskussionen aufgefallen sind. Die Parteiführung hat sich umgehend von den Aussagen distanziert und fordert Konsequenzen.
Laut Berichten des Bayerischen Rundfunks hätten Mitglieder der Linksjugend Solid in einem Online-Forum positiv auf Joseph Stalin, Mao Zedong und die ehemalige DDR Bezug genommen. Im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg seien zudem Formulierungen wie „israelische Konzentrationslager“ oder „israelischer Völkermord im Namen des Judentums“ gefallen. Solche Aussagen stoßen innerhalb der Partei auf scharfe Verurteilung.
Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender der Linken in Thüringen, verlangte auf dem Bundesparteitag eine klare Verurteilung der Äußerungen. Die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner wies die Kommentare entschieden zurück, während die Berliner Landesvorsitzenden Kerstin Wolter und Maximilian Schirmer sofortige Maßnahmen gegen den Jugendverband forderten. Die Parteispitze betonte zudem ihre Ablehnung der DDR und ähnlicher Systeme, die durch mangelnde demokratische Strukturen und staatliche Repression geprägt gewesen seien.
Die Linksjugend Solid hat sich inzwischen von den Vorfällen distanziert, die Partei prüft die Vorwürfe. Es ist nicht das erste Mal, dass der Jugendverband wegen solcher Vorfälle in die Kritik gerät.
Die Linke drängt nach den Enthüllungen auf Konsequenzen. Die Aussagen des Jugendverbandes haben bei Landespolitikern und Parteimitgliedern Empörung ausgelöst. Die Ermittlungen laufen noch, weitere Schritte zur Aufarbeitung der Vorfälle werden erwartet.
