AfD eröffnet umstrittenes Büro in NS-belastetem Dorf in Niedersachsen
AfD eröffnet umstrittenes Büro in NS-belastetem Dorf in Niedersachsen
Die AfD in Niedersachsen hat in Brettorf, einem kleinen Dorf 130 Kilometer von Hannover entfernt, ein neues Geschäftsbüro eröffnet. Der Standort liegt innerhalb der Gemeinde Dötlingen, die einst als nationalsozialistisches Musterdorf galt und in der noch heute ein ehemaliges Hitlerjugend-Gebäude steht. Parteivertreter begründen den Umzug damit, dass sie so ihren Einfluss in der Region ausbauen könnten – ohne durch Proteste gestört zu werden.
Brettorf wurde wegen seiner zentralen Lage in Niedersachsen ausgewählt. Zudem suchte die Partei einen Standort, an dem sie ohne häufige Demonstrationen arbeiten kann. Das Büro befindet sich in einem ehemaligen Schützenverein, eine Location, die die AfD bereits für Veranstaltungen wie das ‘1. Sturmfest’ 2023 genutzt hatte.
Die Region blickt auf eine umstrittene Vergangenheit zurück. In der NS-Zeit wurde Dötlingen als propagandistisches Schauprojekt ausgebaut; Spuren dieser Zeit sind bis heute sichtbar. Lokale antifaschistische Gruppen hatten sich in der Vergangenheit wiederholt gegen rechtsextreme Aufmärsche gewandt, darunter auch gegen Veranstaltungen von NPD und AfD. Politisch verzeichnet die AfD in Niedersachsen seit Jahren Zuwachs: 2022 zog sie mit 11 Prozent der Stimmen und 17 Mandaten in den Landtag ein. Die Mitgliederzahl stieg bis 2024 auf 800 an, während aktuelle Umfragen die Partei seit Ende letzten Jahres stabil bei 16 Prozent sehen. Besonders in der Region Oldenburg und im Nordwesten Niedersachsens strebt die AfD weitere Erfolge an. Seit 2022 wird die Partei von den Landesbehörden als ‘Prüffall’ im Rahmen des Verfassungsschutzes eingestuft. Dennoch organisiert sie sich weiter und will ihre Präsenz vor allem in ländlichen und historisch umkämpften Gebieten festigen.
Mit dem neuen Büro knüpft die AfD an einen Ort an, der eng mit Deutschlands rechtsextremer Vergangenheit verbunden ist. Bei konstanten Umfragewerten und einer Strategie, Proteste zu umgehen, drängt die Partei auf weitere Wahlerfolge. Beobachter weisen darauf hin, dass ihre Aktivitäten auch künftig unter behördlicher Beobachtung stehen werden, während sie ihren Einfluss in der Region ausbauen.
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