30 April 2026, 14:41

Abschied von Anja Reich-Osang löst Machtkampf in der Berliner Zeitung aus

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" darauf, vor schwarzem Hintergrund.

Abschied von Anja Reich-Osang löst Machtkampf in der Berliner Zeitung aus

Anja Reich-Osang, die langjährige Chefreporterin der Berliner Zeitung, hat die Redaktion nach drei Jahrzehnten verlassen. Ihr Abschied löste unter Lesern und Medienbeobachtern eine breite Diskussion aus. Die Personalie führte zudem zu einem öffentlichen Streit mit dem Verleger des Blattes, Holger Friedrich.

Auslöser der Kontroverse war eine Kritik des Medienkommentators Franz Sommerfeld, der der Berliner Zeitung vorwarf, nach Reich-Osangs Ausscheiden ihre politische Haltung zu verändern. Friedrich, der die Zeitung seit über sechs Jahren führt, reagierte scharf auf Sommerfelds Äußerungen – allerdings ohne auf die inhaltlichen Vorwürfe einzugehen.

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Statt die Kritik sachlich zu widerlegen, veröffentlichte Friedrich eine persönliche Erwiderung. Dabei verschleierte er, dass die ursprüngliche Kritik von Sommerfeld und nicht von der Zeitung selbst stammte. In seiner Stellungnahme verteidigte er seinen Kurs, erklärte, er werde seinen Text nicht ändern, und warf dem Medienportal kress vor, fehlerhaft berichtet zu haben.

Kollegen und Branchenkenner berichten, Friedrich pflege in internen Gesprächen häufig, professionelle Defizite zu beklagen. Trotz seines bekundeten Engagements für journalistische Qualität falle es ihm demnach schwer, selbstkritisch zu reflektieren; auf persönliche Kritik reagiere er oft dünnhäutig. Beobachter beschreiben ihn als einen Verleger mit einem übersteigerten Selbstbewusstsein, das seine Führung der Zeitung erschwere.

Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen innerhalb der Berliner Zeitung nach Reich-Osangs Abgang. Friedrichs Weigerung, sich direkt mit der Kritik auseinanderzusetzen, lenkt den Blick auf die internen Machtverhältnisse des Blattes. Die Auseinandersetzung wirft die Frage auf, wie die Zeitung ihre redaktionelle Ausrichtung künftig gestalten wird.

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